Fachtag Gewaltfreie Erziehung des Bundesverbandes am 30.04. mit spannenden Impulsen!

schnappschuss website bvGeballtes Fachwissen von bis zu 400 Teilnehmer_innen auf dem digitalen Fachtag des DKSB BV e.V. zum „Tag der gewaltfreien Erziehung“ führte zu intensiven Diskussionen und spannendem Erfahrungsaustausch.

 

Prof. Dr. Jörg Fegert vom Universitätsklinikum Ulm führte zu Beginn vor Augen, wie wichtig der Blick auf die Kinder, Jugendlichen und Familien gerade jetzt in der Pandemie ist. Gerade die Stresssituation in Familien durch Doppelbelastungen oder Sorge um wirtschaftliche Nöte kann zu erhöhter Gewalterfahrung führen; dem muss durch Hilfe und Beratung, auch online und niedrigschwellig, begegnet werden. Außerdem forderte Herr Prof. Dr. Fegert einen „Marshall-Plan“ für Kinder, Jugendliche und Familien für die Zeit nach der Pandemie.

 

Bereits jetzt sollten sich Fachdienste und Politik verständigen, wie Familien in naher Zukunft entlastet und die schwierige Phase der Pandemie bewältigt werden könne. Auch zeigt die Pandemieforschung anderer Länder, dass die Kinderschutzfälle zeitversetzt im Sommer wieder erhöht aufkommen werden. Dem muss durch ausreichende Ressourcen schon jetzt vorgebeugt werden. Neben dem Schulleistungscheck bedarf es auch eines Checks der sozial-emotionalen Lage der Kinder und Jugendlichen.

 

Frau Prof. Dr. Sabine Andresen vertiefte die Gedanken in Richtung der Themen“ Vertrauen und Verletzbarkeit“. Sie richtete den Fokus auf die Perspektive der Kinder: Diese wollen gesehen, gehört, und beteiligt werden und eine Stimme erhalten. Dies muss in Zukunft dringend verbessert werden durch die Beteiligung auch in Beiräten zu allen Lebensbelangen. Kinder brauchen außerdem gerade jetzt mindestens eine erwachsene Person, der sie vertrauen können und die das Vertrauen auch  verdient und nicht ausnutzt.

 

Interaktive Workshops dienten mittags dazu, Praxis auszuprobieren und zu teilen. So führten in einem Workshops zum Beispiel die beiden Landeskoordinator_innen für SESK® Inga Bendsiek (LV Hamburg) und Daniela Riedel (LV Bayern) quer durch die Chancen und Möglichkeiten von Online-Elternkursen, die derzeit gut genutzt und im Aufbau sind. Auch der Elternkurs SESK® befindet sich derzeit in einer „Erprobungsphase“ für digitale Möglichkeiten. Die Teilnehmer_innen fühlten sich nach dem Workshop gestärkt und inspiriert, hier weiter online zu testen.

 

Ein anderer Workshop beschäftigte sich mit dem Phänomen „Seelenprügel“. Ein weiterer Workshop beleuchtete die Geschichte der Elternkurse SESK® unter dem Titel: „Quo vadis?“. Alle Vorträge und Inhalte der Workshops werden demnächst auf der Seite des Bundesverbandes unter www.dksb.de zur Verfügung gestellt.

 

Ein großes Dankeschön für diesen spannenden Fachtag zum Tag der gewaltfreien Erziehung!