Fachgespräch des Landesjugendhilfeausschusses Sachsen "Suchtkrankenhilfe und Jugendhilfe"

Fachgespraech 13.11.18In Deutschland wachsen 40.000-60.000 Kinder bei drogenabhängigen Eltern auf, etwa 2,6 Mio. Kinder bei alkoholabhängigen Eltern. Davon entwickeln sich 30% der Kinder unbeschadet, 30% entwickeln selber einen Drogenkonsum. Diese Zahlen stellen die Jugendhilfe vor enormen Herausforderungen.

 

In Chemnitz fand am 13.11.18, organisiert durch das Landesjugendamt, das Fachgespräch „Strategien der Zusammenarbeit von Suchtkrankenhilfe und Jugendhilfe im Kontext der Hilfen zur Erziehung und angrenzender Leistungen – Ein Zwischenstand“ statt.

 

Ganz praxisorientiert berichteten aus der Region Zwickau Wolfgang Wetzel (SPFH) aus der Sicht des freien Trägers Caritasverband Dekanat Zwickau e.V. sowie Enrico Birkner vom Jugendamt Dresden (ASD) über die gelingende Praxis zum Tandem Jugendhilfe-Suchtkrankenhilfe. Wichtig aus den beiden Blickwinkeln ist, dass bei suchtmittelkonsumierenden Eltern die Kooperation zwischen Gesundheitsamt, Jugendamt, Suchthilfeeinrichtungen und Suchtberatung für gelingende Hilfeplanverläufe und Unterstützungsleistungen unabdingbar und die Sicht auf die Familie und die Kinder entscheidend ist.

 

Sven Kaanen, der Chefarzt der Fachklinik Heidehof Weinböhla, sagte zu Beginn seines Vortrages: Auch suchtkranke Eltern wollen gute Eltern sein. Sie benötigen die Unterstützung, das (wieder) zu werden. Er präsentierte die oben benannten Zahlen und stellt sein Eltern-Kind-Therapie-Projekt "Mit-Kind" vor. Die Zahlen der erfolgreichen Therapien der Klinik sprechen für den familiären Ansatz des Projektes, aber es braucht viel Zeit und es gibt zu wenige Plätze.

 

Am Nachmittag sprach Dr. Thomas Meysen über die rechtliche Einordnung von „Unterstützungsleistungen von suchtkranken Vätern und Müttern“ im Rahmen der Sozialgesetzgebung. Seinen Ausklang fand der Fachtag mit einer Podiumsdiskussion von Fachkräften und Politik.

 

Es war eine gelungene und facettenreiche Veranstaltung.

 


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